Rückblick: So war die erste Hälfte des Sugar Cleanse und drei wichtige Learnings aus dem Kurs für dich

9 März 2016 |

Kategorien:Healthy Food, Healthy Life

Am 14. Februar war es soweit und mein erster Onlinekurs, der Sugar Cleanse, startete mit einer überragenden Zahl an TeilnehmerInnen.

Allesamt hochmotiviert und bereit mehr über die vielfältigen Auswirkungen von Zucker auf den Körper  und im Gegenzug wichtiges über eine gesunde und ausgewogene Ernährung im Allgemeinen zu lernen.  Neben den nahezu täglichen Mails, die vollgepackt mit Infomaterial, Inspiration und Rezepten an die Teilnehmer raus gingen, entfaltete sich auch gleich vom Start weg ein reger Austausch der TeilnehmerInnen in unserer geschlossenen Facebookgruppe. Tipps und Tricks wurden ausgetauscht und sich gegenseitig kräftig unterstützt.

Ich muss sagen, ich bin jetzt schon mächtig stolz auf meine Truppe und erfreu mich jeden Tag wieder an den guten Vibes und dem gegenseitigen Support.

Was ist in den ersten drei Wochen passiert?

Die ersten beiden Wochen beschäftigten sich hauptsächlich mit dem Ausmisten der eigenen Küche und Vorratsschränke und dem anlegen schmackhafter und vollwertiger Vorräte. Aber es wurde auch mental ausgemistet und wir hinterfragten uns alle, warum wir überhaupt so gern Süsses essen und in welchen Situationen der Nasch-Jieper sich meldet. Fast täglich wurde ein neues Produkt gefunden, was unerwartet doch auch Zucker enthält, z.B. Getreidekaffee und Hüttenkäse.

Da war ehrlich gesagt auch für mich noch die ein oder andere unerwartete Überraschung dabei.

In der dritten Woche machten wir dann gemeinsam Tabula rasa und begannen komplett auf Zucker zu verzichten. Darunter fiel auch jegliche Art von Sirup, Honig, Stevia und Co.

Denn das grosse Ziel des Sugar Cleanse ist ja nicht nur der zeitweilige Verzicht auf Zucker, sondern auch die Entwöhnung vom süssen Geschmack. Und das erreicht man einfach nicht, in dem man sich selbst austrickst und weissen Zucker einfach durch Reissirup ersetzt und sich so trotz vollmundiger Süsse vorgaukelt, man esse ja nichts mit Zucker.

Woche drei (und die derzeit laufende Woche 4) waren daher natürlich weitaus schwieriger als die ersten beiden Wochen. Die ersten Detoxsymptome stellten sich ein und einige TeilnehmerInnen merkten eine eintretende Müdigkeit oder leichte Kopfschmerzen. Das ist in diesem Zusammenhang ganz normal, denn körperlich, aber v.a. auch mental, wird eine aufputschende, aber an sich völlig leere und nährstofflose Substanz entzogen. Ein Stimulanz, an welches wir uns, je nach Ernährungsstil, über Jahre hinweg genüsslich gewöhnt haben. Ein schnelles Mittelchen, durch welches häufig Emotionstiefs abgefangen wurden oder welches als Kompensation für Stress, Langeweile und Co. eingesetzt wurde. Es ist wirklich ein ganhzheitliches Lossagen von alten Mustern. Da braucht es etwas Geduld.

 Bei vielen TeilnehmerInnen stellte sich aber schon sehr schnell genau das Gegenteil ein. Verbessertes Hautbild, mehr Energie, schönere Nägel und Haare wurden mehrfach beschrieben.

 Mir persönlich ging es während des Cleanse bisher gut und ich bin wieder einmal viel bewusster an das Thema Ernährung herangetreten. Aber natürlich muss auch ich die ganzen Köstlichkeiten, die unsere Patienten als kleine Aufmerksamkeit mit in die Praxis bringen gehörig ausblenden. Denn grundsätzlich liebe ich einfach Süßes.

 Ich bin gespannt, was die nächsten drei Wochen bringen und werde dir berichten. Vielleicht bist du ja das nächste Mal auch mit dabei?

 Was waren die wichtigsten Learnings bisher?

Natürlich ist so ein Kurs sowohl für die TeilnehmeInnen als auch für mich als Veranstalterin ein tiefer Prozess. Ein Prozess des Lernens, des Entdeckens, des Ausprobierens und Austestens.

Im Folgenden möchte ich dir ein paar wichtige Erkenntnisse der ersten drei Wochen aus dem Sugar Cleanse vorstellen:

1.       Zucker ist nicht nur zum Süssen da

Früher galt das weiße Gold als edle Essenz für exquisites Feingebäck und als Rohstoff, um Arzneimittel schmackhafter zu machen. Mittlerweile ist daraus ein günstiges Massenprodukt geworden, das auf Grund seiner Vielseitigkeit für zahlreiche andere Zwecke eingesetzt wird:

Punktgenaue Süße
Mit Hilfe von Zucker lässt sich sehr genau auf den Punkt süßen. Er verhält sich nahezu immer identisch und ist somit gut als Zutat kalkulierbar.

Konservierungsmittel & Bakterienhemmer
Zucker bindet Wasser und entzieht damit feuchtigkeitsliebenden Bakterien die Nahrungsgrundlage. So lassen sich Lebensmittel sehr haltbar machen und gut aufbewahren (z.B. in Form von Konfitüre, Kompott & Sirup).

Alkoholische Gärung
Gärungsprozesse sind ein wichtiger Mechanismus bei der Herstellung von Lebensmitteln, zum Beispiel bei der Produktion von alkoholischen Getränken oder Hefeteig. Für all diese Gärungsprozesse sind unterschiedliche Hefen zuständig, die immer Zucker dafür benötigen.

Bräunung, Krustenbildung & Karamellisierung
Es gibt unzählige Lebensmittel, die eine knusprige & gebräunte Oberfläche aufweisen, z.B. Pommes frites, Schweinebraten & gebratenes Fleisch, Gebäck und Kuchen. Für die Knusprigkeit und das Backergebnis ist unter anderem Zucker verantwortlich.

Texturierung von Lebensmitteln
Unter der Textur versteht man die Masse, Konsistenz und Stabilität. Diese Faktoren sind u.a. bei der Herstellung von Cremes und Teigen wichtig. Zucker ist hierfür eine wichtige Zutat, da er für Volumen und Standfestigkeit sorgt.

Feuchtigkeitsregulation
Zucker bindet Feuchtigkeit und sorgt dafür, dass Kekse knusprig werden, Eiscreme geschmeidig bleibt und Kuchen eine zarte Konsistenz bekommt.

Du merkst also, der süße Geschmack ist tatsächlich nur ein Grund von vielen, warum soviel Zucker in alle Fertigprodukte gepackt wird.

2.       Hochkonzentrierte Fruktose/Fruchtzucker (die „natürliche pflanzliche Süsse“) kann der Gesundheit schaden

Unter reinem oder hochkonzentriertem Fruchtzucker versteht man die Fruktose, die durch die starke Verarbeitung von Früchten oder aber auch Mais entsteht. Natürlich enthält auch frisches Obst Fruchtzucker, aber in viel kleineren Mengen und zudem sind noch wichtige Ballaststoffe & Mineralien enthalten. Daher geht es hier rein um hochverarbeitete Sirups und Fruktosekonzentrat. Lange hat man gedacht hochkonzentrierte Fruktose sei gesund, da sie den Blutzuckerspiegel nicht so stark anregt, mittlerweile weiß man dazu aber mehr:

Reine Fruktose lässt uns schneller an Süße gewöhnen!
Fruktose hat eine viel höhere Süßkraft und führt zu einer Gewöhnung der Geschmacksrezeptoren an das hohe Maß an Süße.

Reine Fruktose wird anders verstoffwechselt!
Fruktose wird, anders als die Glukose, nicht insulinabhängig in die einzelnen Zielzellen (Gehirn, Muskeln, etc.) transportiert, sondern hat einen anderen Stoffwechselweg. Dieser ist insulinunabhängig. Unsere Leber ist die einzige Anlaufstelle, welche die Fruktose verarbeitet. In kleinen Mengen kann Fruktose ganz unproblematisch in Glykogen (die Speicherform von Zucker) umgebaut und gespeichert werden. Bei größeren Mengen an reiner Fruktose ist die Speicherkapazität bald überstiegen und die überschüssige Fruktose wird in Form von Fett in der Leber gespeichert! Und nur dort! Die Fettzellen stehen für diese Speicherform ja nicht zur Verfügung, da wir hierfür Insulin benötigen würden! Noch direkter und schneller verläuft dieser Fettumbauprozess in der Leber, wenn wir viel Fruktose in Form von Säften und Softdrinks zu uns nehmen!

Reine Fruktose sorgt dafür, dass wir mehr essen!
Das Hormon Insulin sorgt über einen Regelkreislauf dafür, dass ein Sättigungsgefühl einsetzt. Ein wichtiges Hormon dafür ist u.a. Leptin. Fruktose blockiert dieses Hormon aber und verhindert somit ein Sättigungsgefühl, wir bleiben hungrig und der Körper verlangt nach mehr. Eigentlich ist unser Körper durch diese feinen Kreisläufe darauf eingestellt, immer nur so viel zu essen, wie er wirklich benötigt. Durch einen hohen Fruktosekonsum wird dieser Mechanismus ausgehebelt!

3.       Zitat der Woche

Dieses schöne Statement hat viele Teilnehmer und auch mich gepackt. Er bringt es einfach sehr präzise und deutlich auf den wesentlichen Punkt:

laura seiler

Bildquelle: Laura Seiler Coaching