Was sind Propionate?

Chemisch gesehen sind Propionate die Salze der Propionsäure. In der Fachsprache sind eher Begriffe wie Propansäure und Propanoate in Gebrauch.
Propionsäure ist eine farblose Flüssigkeit, die durch stechenden Geruch und ätzende Wirkung auffällt. Sie gehört als kurzkettige Fettsäure zu den Carbonsäuren. Andere kurzkettige Fettsäuren sind unter dem Namen Essigsäure und Buttersäure bekannt.

Zur Industriellen Gewinnung von Propionsäure wird Ethen, Kohlenstoffmonoxid und Wasser verwendet. Sie entsteht auch da, wo Biogas aus organischen Abfällen gewonnen wird.
Propionsäure spielt als wichtiger Baustein in der Herstellung von Kunststoffen, Herbiziden und Arzneimitteln eine Rolle.
Propionsäure und ihre Salze Natrium-, Calcium- und Kaliumpropionat sind in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie als Konservierungsstoffe zugelassen. Sie hemmen generell das Wachstum von Bakterien, Hefepilzen und Schimmel und verhindern zum Beispiel die Schimmelpilzbildung in abgepacktem Schnittbrot und Feingebäckwaren. Im Jahre 1988 kam es zu einem vorübergehenden Verbot der Propionsäure als Konservierungszusatz in Lebensmitteln. Diese Maßnahme hat sich als Irrtum erwiesen und wurde zwischenzeitlich wieder rückgängig gemacht.

Auch der menschliche Körper stellt Propionsäure her. Werden ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornbrot, Hülsenfrüchte oder faserhaltige Obst- und Gemüsesorten verdaut, bauen die Darmbakterien die Ballaststoffe zu kurzkettigen Fettsäuren um. Für die Bildung der Propionsäure sind die Chlostridien im Darm verantwortlich.
Allerdings hat Propionsäure in ihrer reinen Form äußerst unangenehme Eigenschaften. Sie ist ätzend, riecht beinahe unerträglich und schmeckt sauer. In dieser Form ist sie weder als Nahrungsergänzung verträglich noch kann sie so in der Konservierung von Lebensmitteln Verwendung finden. Da aber Propionsäure -chemisch betrachtet- sehr reaktionsfreudig ist, bildet sie ohne große Komplikationen ihre Salze mit Natrium, Calcium oder Kalium aus. Mit diesen Salzen entsteht ein verträgliches Produkt, das unbedenklich verwendet werden kann. In der Lebensmittelindustrie wird zur Herstellung meist das Natrium verwendet.

Zur Gewinnung von Propionaten macht man sich die hohe Reaktionsbereitschaft der Propionsäure zu Nutze. Die Moleküle der kurzkettigen Fettsäuren, also auch die der Propionsäure, verfügen über ein Wasserstoffatom. Dieses kann leicht abgegeben und ebenso leicht ersetzt werden. In der Industrie wird für diesen Vorgang das Natriumhydroxid, die sogenannte Natronlauge, benutzt. Gibt man also Propionsäure und Natriumhydroxid zusammen, dann entsteht Natriumpropionat und Wasser. Auf diese Art werden die unangenehmen Eigenschaften der Propionsäure umgangen.
Die EFSA, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, hat Propionsäure und ihre Salze für unbedenklich als Lebensmittelzusatzstoff erklärt.

Welchen Nutzen haben Propionsäure und Propionate? Einige Forschungsergebnisse aus der Humanmedizin

In jüngster Zeit sind der Darm und sein Einfluss auf das Immunsystem zunehmend in den Fokus der medizinischen Forschungen gerückt. Dabei wurde auch die Bedeutung der kurzkettigen Fettsäuren wie die Propionsäure für die Darmgesundheit und ein intaktes Immunsystem entdeckt.
Untersuchungen in der Humanmedizin haben ergeben, dass Propionsäuren den Fett- und Zuckerstoffwechsel günstig beeinflussen. Werden die Salze der Propionsäure, also Natrium- oder Calciumpropionate, zusätzlich mit der Nahrung eingenommen, kommt es zu einer Appetitreduzierung und einem rascheren Sättigungsgefühl. Der Zusatz dieser Salze hat bei Übergewichtigen innerhalb eines halben Jahres zu einer Gewichtsreduzierung geführt.

Untersuchungen haben noch andere positive gesundheitliche Auswirkungen der Propionsäure zu Tage gefördert. Bakterien im Dickdarm bilden bei ballaststoffreicher Ernährung Propionsäure, was sich stimulierend auf die Darmzellen auswirkt. Außerdem konnten entzündungshemmende Wirkungen der Propionsäure im Darm sowie im ganzen Körper festgestellt werden. Auch scheint die Produktion bestimmter Hormone, die Fettleibigkeit und Diabetes günstig beeinflussen, angeregt zu werden.
In Tierversuchen hat sich gezeigt, dass das Propionat einen hohen Blutdruck absenken und die Anfälligkeit für Herzschäden und Herzrhythmusstörungen vermindern konnte. Auch traten weniger Gefäßschäden wie die Atherosklerose auf.

Exkurs: Propionat und sein Einfluss auf Entzündungsreaktionen bei Multipler Sklerose

In der medizinischen Forschung kommt dem menschlichen Darm mit seiner Mikrobiota, seiner bakteriellen Besiedlung, immer mehr Bedeutung zu. Es gibt Hinweise darauf, dass insbesondere bei neurologischen Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose die Mikrobiota eine Rolle spielt. Die Universitätsklinik Bochum hat den Einfluss von Fettsäuren in der Nahrung auf Entstehung und Verlauf von MS untersucht. Dabei stellten sie fest, dass langkettige Fettsäuren Entzündungen in der Darmwand begünstigen, da sie verstärkt Lymphozyten bildeten. Im Mausmodell hat sich der Verdacht bestätigt, dass die langkettigen Fettsäuren den Verlauf des Krankheitsgeschehens bei MS negativ beeinflussen.
Die kurzkettigen Fettsäuren, hier besonders die Propionsäure und ihre Salze, waren dagegen in der Lage, die sogenannten T-Zellen, die Unterstützer im Immunsystem, zu bilden und zu verbreiten. Die Dosis betrug dabei 2 x 500 mg Propionat am Tag. Auch bei Entzündungen in Gehirn und Rückenmark konnten entzündungshemmende Reaktionen festgestellt werden.
So scheint nichts dagegen zu sprechen, Propionsäure und ihre Salze als zusätzliche therapeutische Maßnahme zu verabreichen.

Welchen Nutzen bringt die Nahrungsergänzung mit Propionat?

Da sich die wichtigen kurzkettigen Fettsäuren aus ballaststoffreicher Nahrung bilden, kann es bei einer ballastärmeren Ernährung zu einer Unterversorgung kommen. Das kann auf die Dauer zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen, denn diese Stoffe sind wichtig für Darm- und Organfunktionen.
Im Folgenden werden die wichtigsten Einflussbereiche nochmal zusammengefasst.

Kurzkettige Fettsäuren dienen den Darmkeimen als Energielieferanten und verbessern damit die Struktur der Darmflora. Sie machen die Darmschleimhaut widerstandsfähiger gegen Entzündungen und regen die Bildung von T-Zellen an. Sie verstärken die Insulinproduktion und können „hungerstillende“ Hormone bilden.
Wenn das Immunsystem im Ungleichgewicht ist, kann das am Ungleichgewicht der Fette in unserer Ernährung liegen. Forschungen haben ergeben, dass ein Zuviel an langkettigen Fettsäuren das Immunsystem so sehr aktiviert, dass es den eigenen Körper angreift. Autoimmunerkrankungen sind die Folge. Dazu zählen die oben erwähnte Multiple Sklerose, eine Entzündung der Nervenhäute, Darmentzündungen wie Morbus Chron und Colitis ulcerosa und die Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Ebenso gehören Schilddrüsenentzündungen, Schuppenflechte und verschiedene Unverträglichkeiten z.B. Glutein-Unverträglichkeit , Heuschnupfen und andere Allergien dazu.
Da über 80 Prozent unseres Immunsystems in Darm und Darmschleimhaut angesiedelt sind, liegt es auf der Hand, dass ein Zusammenhang zwischen dem Zustand des Darms und der Zusammensetzung seiner Darmflora und der Arbeit unserer Abwehrkräfte besteht.

Also ist es wichtig, im Darm immer eine bestimmte Nährstoff-Balance aufrecht zu erhalten. Das geschieht in der Regel durch eine ausgewogene Ernährung. Aber manchmal ist diese Ausgewogenheit -zum Beispiel in Zeiten großer Belastung- nicht gewährleistet. In diesem Fall können Nahrungsergänzungsmittel weiterhelfen.
Es gibt eine Vielzahl von Mitteln, die direkt auf diese Ausbalancierung mit der Darmflora ausgerichtet sind. Den Hauptanteil hat dabei das Propionat, das im Zusammenspiel mit anderen Zusatzstoffen seine volle Wirkung entfalten kann.

Verschiedene Angebote für die Darm-Balance

Propionat als Nahrungsergänzung wird auf dem Markt meistens in Kapselform angeboten. Dabei findet das Natriumsalz der Propionsäure, das Natriumpropionat, die häufigste Verwendung. Einige Präparate verwenden ausschließlich reines Natriumpropionat, andere haben bestimmte Zusätze, die das Propionat bei seiner Wirkung unterstützen. Im Folgenden sind einige dieser Mittel aufgeführt, die aber nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Angebot darstellen.
Die Mittel eignen sich zur Immunstärkung, zum Ausbalancieren der Darmflora, zur Stärkung sportlicher Ausdauer und auch zur Gewichtsreduzierung.
Empfohlen werden jeweils 1000 mg Propionat pro Tag. Das entspricht in der Regel zwei Kapseln am Tag. Sofern die Mengenempfehlungen eingehalten werden, sind Nebenwirkungen relativ unwahrscheinlich.

Beispiel ProPionat+

Das Präparat ProPionat+ verspricht die Balance zwischen Darm, Immunsystem und Fett- und Zuckerstoffwechsel. Es wird ergänzt durch den essentiellen Nährstoff Cholin, der für viele Stoffwechselvorgänge und Zellstrukturierungen wichtig ist. Der Eiweißstoff Cholin wird vom Körper hergestellt, muss aber zusätzlich durch die Nahrung aufgenommen werden. Er regelt den Fetttransport im Blut und sorgt für die Verarbeitung von Cholesterin.
In Verbindung mit Cholin kann das Propionat angewendet werden bei ungünstigen Blutzucker- und Blutfettwerten, bei Lebensmittelunverträglichkeiten, gestörter Darmfunktion und auch bei Übergewicht.

Empfohlen werden zwei Kapseln täglich mit etwas Flüssigkeit zu den Hauptmahlzeiten über einen Zeitraum von mindestens sechs Wochen, um Erfolge zu erzielen. Beide Kapseln enthalten zusammen 85 mg Cholin und 1000 mg Propionat.
Das Präparat ist frei von Konservierungsstoffen, lactose- und glutenfrei, frei von tierischen Bestandteilen und ohne Zusatz von Aromastoffen. Die Kapselhülle besteht aus rein pflanzlichen Anteilen.

Eine Packung enthält 180 Kapseln zum Preis von 50 Euro.

Beispiel Propionsäure pur

Bestandteil von Propionsäure pur ist das Natriumpropionat, also ein Salz der Propionsäure. Es stärkt das Immunsystem und verbessert außerdem die sportliche Ausdauer. Auch zum Abnehmen ist es geeignet. Es wirbt mit höchster Rohstoffqualität und ist vegan, gentechnik- und lactosefrei und ohne Farb- und Konservierungsstoffe. Zur Einnahme werden zwei Kapseln am Tag empfohlen, das entspricht 1000 mg Natriumprionat. 60 Kapseln kosten 29, 90 Euro.

Beispiel Natriumpropionat + Inulin

Das Nahrungsergänzungsmittel Natriumpropionat + Inulin hat das Präbiotikum Inulin als Zusatz. Inulin ist ein Ballaststoff, der aus Zichorie gewonnen wird. Das gesamte Präparat besteht aus 64,5 % Natriumpropionat und 19,4 % Inulin. Für die Kapselhülle wird Cellulose verwendet; die zusätzliche Reis-Extrakt-Mischung gilt als Trennmittel.
Empfohlen wird eine Dosierung von je zwei Kapseln am Tag. Diese enthalten insgesamt 1000 mg Natriumpropionat und 300 mg Inulin.
120 Kapseln kosten 19,95 Euro.

Beispiel Propicum

Etwas reicher an Inhaltsstoffen ist das Nahrungsergänzungsmittel Propicum. Zu seinem Inhalt gehören Natriumpropionat, das Trennmittel Tricalciumphosphat, Kieselsäure und Magnesiumsalze. Die pflanzliche Kapselhülle besteht aus reiner Cellulose.
Das Mittel ist vegan und frei von Milch, Mais, Weizen und raffinierten Ölen. Es enthält keine Überzüge und keine Bindemittel und ist gluten- und lactosefrei. Auch hier gilt die Empfehlung: zwei Kapseln am Tag, entsprechen der Menge von 1000 mg Natriumpropionat, unzerkaut mit etwas Flüssigkeit zu den Mahlzeiten einnehmen.
Die Packung enthält 60 Kapseln zu einem Preis von 24,79 Euro.