Interview mit Jasmin und Patrick von Healthy Habits

24 April 2015 |

Kategorien:Interviews

Wie immer eine Ladung Lektüre fürs Wochenende! Ich stelle euch Persönlichkeiten vor, die mich inspirieren, die spannende Ideen haben und einen wertvollen Beitrag zum Thema Gesundheit leisten.

Sowie Jasmin und Patrick. Die beiden haben den Blog Healthy Habits ins leben gerufen. Healthy Habits zeigt Möglichkeiten gesunde Gewohnheiten einfach und mit Spass in den Alltag zu integrieren.

Denn sind wir mal ehrlich…dass wir uns ausreichend bewegen sollen, lieber einen Apfel als einen Burger essen sollten und ab und an mal entspannen und einen Gang runterschalten ist uns wohl allen klar. Häufig mangelt es aber an der Umsetzung und unserem Durchhaltevermögen. Gut, dass die beiden sich dieser Sache annehmen.

Die Artikel der beiden bringen mich immer wieder zum nachdenken und geben viele Impulse. Folgende zählen zu meinen Favoriten:

Kräftig. Nicht dick.

17 Anzeiche dafür, dass dein Leben zu lang ist

„Life is easy“ – Stell dir vor, dein Leben wäre leicht

 

Im Samstags-Talk sprechen die beiden über ihre persönlichen Gesundheitstips, die Grundprinzipien ihres Blogs und was sie von unserem Gesundheitssystem halten. Let’s go & viel Spass beim Lesen!

Was ist euer liebster Gesundheitstip bzw. Healthy Habit?

Wir haben beide mehrere Gewohnheiten, die wir täglich praktizieren. Beispielsweise versucht Patrick jeden Tag auf 10.000 Schritte zu kommen. Das ist nicht leicht, wenn man im Home Office arbeitet! Außerdem schwören wir beide darauf jeden Tag zu lesen – auch wenn es nur zehn Minuten sind. Wir machen außerdem Entspannungsübungen und meiden Süßigkeiten und anderes in unseren Augen „unechtes“ Essen.

 

Wer oder was inspiriert euch?

Wir lesen beide sehr viel, auch englischsprachige Bücher und Blogs zum Thema Gesundheit. Wir verfolgen beispielsweise den Blog www.raptitude.com zum Thema Persönlichkeitsentwicklung. Marathonfitness und Nerdfitness haben uns in Sachen Bewegung und Sport Impulse gegeben. In Bezug auf Ernährung war u.a. das Buch „Tiere essen“ prägend. Weitere Bücher haben wir hier aufgelistet. In Punkto Lifestyle verfolgen wir beide seit Längerem James Altucher.

 

Was macht ihr beruflich und wie sieht ein typischer Tag bei euch aus?

Wir sind beide hauptberuflich Blogger und widmen uns unserem Hauptprojekt Healthy Habits. Alltägliche Aufgaben sind dabei das Schreiben von Artikeln, eBooks, Büchern, Gastbeiträgen, Newslettern, Facebook-Posts und Emails. Ein- bis zweimal in der Woche machen wir eine Co-Working-Session und arbeiten zusammen. Wenn wir wie derzeit räumlich getrennt sind (Patrick in Kapstadt, ich in Leipzig), skypen wir regelmäßig.

 

Praktiziert ihr auch Yoga?

Viele unserer Blogger-Kollegen schwören auf Yoga, wie unser Round-up-Post gezeigt hat. Patrick geht in größeren Abständen zu einem Yoga-Kurs. Ich versuche regelmäßig Entspannungsübungen zu machen und lasse mich dabei von Podcasts inspirieren.

 

Ihr verfolgt die vier Grundprinzipien „Eat“ (ordentliches Essen), „Move“ (Sport und Bewegung), „Feel & Grow“ (Achtsamkeit & Selstwahrnehmung). Inwiefern ergibt sich daraus ein gesundes Gesamtkonzept und was versteht ihr unter ordentlichem Essen?

Für uns gehören die vier Säulen zusammen. Wenn wir beispielsweise frustriert sind, versacken wir auf der Couch, stopfen Chips in uns hinein und fühlen uns dann noch schlechter. Der Vorsatz gesünder zu essen würde in diesem Fall nichts nützen, denn die Ursachen der Probleme liegen an anderer Stelle. Daher ist auch geistiges Wachstum und emotionale Gesundheit wichtig, d.h. Selbstwahnehmung, Umgang mit Menschen, die mir guttun, neue Dinge lernen, Nein sagen usw.

„Ordentliches oder echtes Essen ist für uns alles, was nicht industriell gefertigt wird und unsere Oma noch als Essen erkennen würde. Undefinierbare Nuggets, Gesichtswurst und Döner gehören nicht dazu. Oder kennt jemand ein Dönertier?“
Echtes Essen besteht hauptsächlich aus Obst und Gemüse, hat keine langen Zutatenlisten und muss selbst zubereitet werden. Unser Einkauf spielt sich zu mindestens 70% in der Obst- und Gemüseabteilung ab. Wir kochen viel und müssen daher auch nicht ständig aufpassen, was wir essen. Wir haben uns daran gewöhnt und würden Tütensuppen, Tiefkühlpizza & Co. nicht mehr kaufen.

 

Ihr habt in eurer Anti-Zucker-Challenge auf Zucker verzichtet. Wie ist es euch während der 28 zuckerfreien Tage ergangen?

Noch haben wir erst knapp die Hälfte geschafft, aber es fühlt sich gut an! Wir haben auch vorher schon weitgehend zuckerfrei gelebt und sind daher erst auf die Idee gekommen. Das hat uns auch den Übergang erleichtert. Da wir ohnehin keine Soft Drinks trinken, wenig Süßes naschen und Desserts mit weniger Zucker als empfohlen zubereiten, war für uns der Unterschied nicht so groß. Viele Challenger haben aber beschrieben, dass v.a. ein herzhaftes Frühstück für sie eine Umstellung war.

„Der Appetit auf Süßes schwindet erstaunlich schnell. Ein paar Tage Verzicht bewirkt, dass sich der Geschmack umstellt und Beeren schon sehr süß wirken – ganz ohne Zucker. Auch das Gefühl, nach dem Essen noch einen Nachtisch zu „brauchen“ ist nach ein paar Tagen weg.“

Dadurch habe ich nicht mehr das Gefühl nach dem Essen viel zu voll zu sein.

 

Was ließe sich deiner Meinung nach in unserem Gesundheitswesen und unserer Einstellung zum Thema Gesundheit verbessern?

„Ein Fach namens „Gesundheit“ sollte schon in der Schule Kinder und Jugendliche an das Thema heranführen.“

Außerdem sollte es mehr Anreize zur Prävention geben. Dabei meine ich kein kompliziertes Punktesammelprogramm, bei dem ich am Ende einen Sitzball bekomme, sondern echte Vergünstigungen, wenn ich mich viel bewege, Sport treibe und mich gut ernähre.

 

Vielen herzlichen Dank für das Interview!