Wachstumshormone: Vorteile und Nebenwirkungen 2020

Im Bereich der Fitness und vor allem des Bodybuildings werden immer wieder gerne Wachstumshormone oder auch HGH eingesetzt, um den Körper beim Aufbau von Muskulatur zu unterstützen. Das Ziel hierbei ist, möglichst schnell Muskeln aufzubauen und den Körperfettanteil zu reduzieren, um eine bald sichtbare Wirkung zu sehen. HGH greift in den Organismus ein und kann so zu einem beschleunigten und erhöhten Muskelwachstum führen.
Offiziell ist die Einnahme von Wachstumshormonen oder auch Anabolika verboten. Daher werden die Produkte über den Schwarzmarkt vertrieben. HGH muss von sogenannten Steroiden abgegrenzt werden. Auch diese sind verschreibungspflichtig, wirken aber anders. Steroide wirken auf den Testosteronspiegel, was wiederum zu einem vermehrten Muskelwachstum führt. Hier ist allerdings die Rede von tatsächlichen Wachstumshormonen. Doch wie genau wirken diese Hormone im Körper und mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen?

Die Wirkung

Wachstumshormone sind grundsätzlich ein fester Bestandteil des menschlichen Körpers. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Peptidhormon, welches aus insgesamt 191 Aminosäuren besteht. Die Produktion des Hormons findet in der Hirnanhangdrüse statt, und zwar in den somatotropen Zellen. Die Überwachung findet im Hypothalamus statt, einem weiteren Bereich des Gehirns. Die Steuerung der Ausschüttung wird von den Substanzen Serotonin, Dopamin und Noradrenalin gesteuert, bei denen es sich um Nervenüberträger handelt. Freigesetzt werden diese Subtanzen unter anderem durch unseren Schlaf, durch Stress oder auch den Blutzuckerspiegel.

Die Ausschüttung von HGH steuert grundsätzlich das menschliche Längenwachstum. Solange wir uns im Wachstum befinden, ist der Spiegel des Hormons im Körper entsprechend hoch. Dies gilt besonders für die Phase der Pubertät. Ist das Längenwachstum abgeschlossen, nimmt das Hormon noch Einfluss auf unser körperliches und geistiges Wohlbefinden. Es ist nun dafür zuständig, das Wachstum von Muskeln, Sehnen und dem Bindegewebe zu steuern. Hier wird von eine sogenannten anabolen Wirkung gesprochen. Daher kommt auch der Begriff des Anabolika, welcher im Zusammenhang mit dem Bodybuilding immer wieder auftritt. Die Aufnahme von Anabolika steht auf der Dopingliste und ist illegal. Dies liegt vor allem an den zahlreichen unerwünschten Nebenwirkungen.

Wachstumshormone haben eine eiweißanabole Wirkung. Dadurch werden die Aminosäuren besonders schnell in die Muskeln befördert. Verantwortlich hierfür ist das sogenannte Spaltprodukt IGF-1. Das Wachstumshormon löst entsprechend keine direkte Wirkung aus. Unmittelbar wirkt es allerdings auf den Fettstoffwechsel. Hier hemmt es die Synthese des körpereigenen Fetts. Der Fettsäureabbau wird erschwert. Daneben ist die Wirkung lipolytisch, also fettabbauend. Fett wird in Energie umgewandelt und steht somit für den Eiweißanbau und den Stoffwechsel zur Verfügung. Zudem steht dem gesamten Organismus mehr Energie zur Verfügung, was auch die Ausdauer in Bezug auf die Trainingseinheiten erhöht.
Wird HGH gespritzt, so sind auch Effekte im Rahmen des Kohlenhydratstoffwechsels feststellbar. Glucose kann nicht mehr richtig verwertet werden, da sie nicht mehr in die Muskelzellen gelangt. Weiter verhindern Wachstumshormone den Muskelabbau.

Besonders im Rahmen einer diätischen Ernährung zeigen sich deutliche Effekte unter der Zufuhr von Wachstumshormonen. Hier wird das Fett in Energie umgewandelt, um den Organismus leistungsfähig zu halten. Auch im Schlaf tritt die Wirkung ein. Hier wird der Abbau der Muskelmasse verhindert.
Die Einnahme von Wachstumshormonen erfolgt entweder über Injektionen oder auch über Tabletten oder Kautabletten. Eine weitere Darreichungsform ist das Nasenspray. Die Einnahme über den Magen-Darm-Trakt gilt als weniger effektiv, da die dort vorhandenen Enzyme die Wirkung mindern.

HGH hat weiter einen Einfluss auf die Speicherung von Kalzium. Dieses ist wichtig für die Knochengesundheit und den Knochenerhalt. Darauf resultierend ist der Körper weniger anfällig für Verletzungen und Brüche. Es kommt entsprechend seltener zu Sportverletzungen. Auch die Proteinsynthese wird angeregt. Dies führt zu einem verstärkten Aufbau von Muskulatur.
Weiter stimulieren Wachstumshormone auch unser Zentrales Nervensystem. Dies führt zu einer erhöhten Vitalität und einer geringen Anfälligkeit gegenüber Krankheiten.
Durch einen erhöhte Anzahl an Wachstumshormonen im Körper wird aber nicht nur der Muskel selbst vergrößert, sondern auch die Anzahl der Muskelfasern erhöht.

Nebenwirkungen

Problematisch ist die Interaktion des Hormons mit anderen körpereigenen Hormonen im Erwachsenenalter. So korreliert das Wachstumshormon unter anderem mit Insulin, Androgenen und Estrogenen, den Schilddrüsenhormonen sowie Corticosteroiden und Gonadotropinen. Deren Bedarf wird erhöht und Homöostase gestört. Auch das Wechselspiel der Hormone untereinander wird durch die Einnahme von Wachstumshormonen gestört. Es kann zudem passieren, dass eine falsche Ernährungsweise oder ein falscher Einnahmezeitpunkt einen genau gegensätzlichen Effekt hat und die Muskelmasse schwinden lässt.
Eine mögliche Folge der Dysbalance im Körper kann die Entstehung von Diabetes Typ 2 sein. Dies liegt daran, dass Wachstumshormone die Wirkung von Insulin herabsetzen. In der Folge steigt der Blutzuckerspiegel an und der Insulinbedarf wächst. Es kommt zu einer mangelhaften Befüllung der Glykonenspeicher. Die Bauchspeicheldrüse unterliegt einer steten Überforderung. Die Folge kann eine Diabeteserkrankung sein. Insulin kann nicht mehr in ausreichenden Mengen produziert werden.

Daneben kann es zu weiteren Nebenwirkungen unter der Einnahme von Wachstumshormonen kommen. Hierzu gehören unter anderem Wassereinlagerungen, degenerative Muskelerkrankungen, eine kardiovaskuläre Störung oder ein Tremor. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Schweißausbrüche, Heißhungerattacken und Herzrasen. Werden Wachstumshormone in Form von Injektionen verabreicht, kann sich an der Einstichstelle subcutanes Fett zurück bilden. Weiter kann es auch zu einer Störung der Funktion der Schilddrüse kommen. Diese kann möglicherweise nicht mehr ausreichend Hormone produzieren. Unter diesen Umständen wird die Wirkung der Wachstumshormone herabgesetzt.
Werden Wachstumshormone in einer besonders hohen Dosierung konsumiert, dann können die folgenden Symptome denen eines Hypophysentumors gleichen. Dies führt zu körperlichen Veränderungen. Betroffen davon können die Gesichtszüge sein.

Weiter kann es auch zu einer Vergrößerung der Extremitäten kommen sowie der Gelenke. Es können sich Gelenkkörperwucherungen ausbilden, welche Schmerzen nach sich ziehen. Im Brustbereich kann es zu einer erhöhten Knorpelbildung kommen. Der Brustkorb selbst kann sich vergrößern. Wachstumshormone haben auch einen Einfluss auf die inneren Organe. Auch diese können einen Wachstumsschub erleiden.
Wachstumshormone auf natürliche Weise aktivieren

Die externe Zufuhr von Wachstumshormonen ist wie zuvor beschrieben nicht ungefährlich und bringt eine Reihe von Nebenwirkungen mit sich. Daher sollte man selbst versuchen, den eigenen Körper dazu anzuregen, eigene Wachstumshormone herzustellen. Hierfür sind verschiedene Faktoren zuständig. Zum einen ist es wichtig, ausreichend Schlaf zu bekommen. Im Schlaf ist die Produktion besonders aktiv. Zudem regeneriert sich der Körper über Nacht. Auch bestimmte Trainingsformen wie ein intensives Krafttraining steuern die Produktion der Hormone. Sehr zu empfehlen sind in diesem Zusammenhang sogenannte Verbundübungen wie Kniebeugen sowie auch verschiedene cardiovaskuläre Aktivitäten. Unterstützend wirkt auch eine protein- und fetthaltige Ernährung. Dabei sollten sowohl einfach- als auch mehrfach gesättigte Fettsäuren aufgenommen werden. Darüber hinaus wird die Hormonproduktion durch einen niedrigen Blutzuckerspiegel angeregt. Hier wirkt besonders gut eine kohlenhydratarme Ernährung. Bestimmte Nahrungsergänzungsmittel wie Arginin oder D-Asparaginsäure können die Hormonproduktion darüber hinaus noch weiter anregen.

Dosierung

Um einen effektiven Muskelaufbau zu erreichen, wird eine Dosierung von 4 i.E. pro Tag empfohlen. Diese Dosierung sollte auf 2-3 Injektionen täglich verteilt werden. Um den Fettabbau zu aktivieren, empfiehlt sich eine Dosierung von 2-6 i.E. täglich.

Preis

Wachstumshormone sind unter verschiedenen Synonymen erhältlich. Allerdings bekommt man sie, sofern keine medizinische Indikation vorliegt, nur auf dem Schwarzmarkt, da sie auf der Dopingliste geführt werden. Bekannt sind sie als STH oder Somatotropes Hormon, HGH oder auch Human Growth Hormone, GH oder Growth Hormone sowie Somatotropin, Somatropin oder WH bzw. Wachstumshormon. Die Preise variieren. Für Genotropin beispielsweise muss man Kosten in Höhe von 40-75 Euro einrechnen. Hier erhält man 10 i.E., was einer Menge von 3,3 mg entspricht. Daneben findet man noch diverse Billigprodukte aus Ländern wie China. Die Preise hier sind deutlich günstiger und liegen zwischen 10 und 25 Euro für 10 i.E.. Allerdings ist die Wirksamkeit meist nicht gleichwertig mit Genotropin. Genotropin ist ein Produkt des Herstellers Pizer. Weitere Handelsnamen sind daneben noch Norditropin, SEeostim, Omnitrope oder Jintropin.
Wachstumshormone können bei einer entsprechenden Indikation verschrieben werden. Wer HGH für den Muskelaufbau einnehmen möchte, der muss mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen, da die Hormone illegal sind.